Bisher habe ich dafür dann doch immer wieder zur Handspindel zurück gewechselt. Doch diesmal, war alles ein "mal eben schnell" Projekt, was mit einer spontanen Färbeaktion begann und nun genauso schnell versponnen werden wollte, während nebenher noch diverse Projekte auf die Stricknadeln warteten.
Also habe ich es kurzerhand versucht. Mir vorher nochmal mein Handbuch
Die Handgriffe sehen schwerer aus, als sie dann wirklich waren. Nur die Feinabstimmung, da werde ich noch einiges für üben müssen.
Denn für das "durch die Schlaufe ziehen" brauche ich ja wesentlich länger, als wenn ich einfach nur zwei Fäden einfach mit einander verzwirne. Also muss ich meinen Tritttakt eigendlich auch drosseln (damit der Faden nicht zu viel Drall hat am Ende) und gleichzeitig muss ich mich auf die Handbewegungen echt konzentrieren, was beim zweifach Zwirn nicht mehr nötig war...
Also durchaus ein wenig anspruchsvoller. Deshalb hat mein erster Strang Navajo-Zwirn vom Spinnrad nun auch ungefähr den Charme von Packschnur, was die "Fluffigkeit" betrifft :-(, interessanter Weise ist er aber (ganz gegen meine Erwartungen) recht regelmäßig geworden, was ja schon mal ein guter Ansatz ist. :-)
Nun heißt es üben und noch mehr üben, zufällig wartet da noch der ein oder ander Strang buntes Kadenband aufs Spinnen, also genug Übungsmaterial.
Die Bänder waren "liegen geblieben" weil sie mir bei der zweifachverzwirnung viel zu Bunt wurden. Denn wenn ein Band 4 Farbig ist wird es auch der Einzelfaden. Da ich keine Maschine bin, werden die Einzelfäden aber nich gleichmäßig bunt und wenn ich dann zwei Einzelfäden verzwirne, ist der Zwirn dann die in der Regel unregelmäßig bunt melliert. Was als Strang noch nett ausschaut, ergibt beim Stricken oft nur noch ein buntes Gemenge. Das ist mir dann einfach zu unruhig.
Mit dem Navajozwirn wird ein Einzelfaden mit sich selber verzwirnt und so ist das Endprodukt nicht melliert sondern eine Farbe schließt mit kurzem Übergang an die Nächste an, im besten Fall ergibt das beim Stricken dann sogar Ringel ;-)
Gefärbt ist die Wolle (ein Rest Bergschaf vom Klosterhof) mit allem, was mir beim "aufräumen" im Garten, in die Hände gefallen sind. Ein Eimer voller Walnussbätter und eine riesen Schüssel voller Stiele und Blätter der letzten Roten-Beete. Zum wegwerfen waren sie zu schade und da ich mir nicht sicher war ob man sie auch hätte essen können (??) habe ich sie kurzerhand zum Färben verwendet. Gebeizt war die Wolle mit Alaun und in die Färbekrüppe habe ich noch etwas Weinsteinrahm gegeben. Herausgekommen ist ein nettes blasses rotorange (erster Zug Rote-Beete), ein gelbgrün (erster Zug Walnuss) und ein blassel rosagelb (zweiter Zug in Rote-Beete und Walnuss).

Huhu, ich verstehe ja nur ungefaehr1/4 von dem was du da schreibst:)) aber bin 200 Prozent sehr beeindruckt!!! Was du alles kannst!!! Und dann noch mit 2 kids und krankem Mann... Super, die Dryade!!! Ganz liebe Gruesse
AntwortenLöschenIch kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen....vom Spinnen habe ich ja keinen blassen Schimmer *leider* Aber dein Garn sieht wirklich toll aus...ich mag die Farbe total gerne *nick*
AntwortenLöschenLiebe Grüße Thal
Ja, es sieht wirklich schon ganz gut aus, nur sehr kratzig und starr ist es halt. Ein typisches Anfängerproblem, aber ich bin richtig Stolz das ich mich daran gewagt habe, den Navajo auf dem Spinnrad zu versuchen.
AntwortenLöschenWie so oft war es nämlich einfacher als gedacht ;-). Da sieht man mal wofür zwei Kids und ein kranker Mann (der fast schon wieder gesund ist) gut sind, vor lauter "Zeitmangel" und um schneller "ans Ziel zu kommen", traue ich mich an neue Ufer :-)
Du machst mir grade ein schlechtes Gewissen. Ich habe 3 angefangene Spindeln (Merinokammzüge in regenbogenbunt und pastelltönen, und ungefärbte selbstkardierte Wolle) und jede Menge Kammzüge auf Lager. Und was mache ich? Ich stricke und die Spinnwolle staubt vor sich hin... Dabei wollte ich eigentlich schon im Sommer ein Garn fertig spinnen, damit ich im Winter ein Schultertuch daraus stricken kann.
AntwortenLöschen@alruna: mir geht es ähnlich wenn ich all deine Strickwerke sehe ;-)
AntwortenLöschenVielleicht sollten wir uns beide einfach zurück lehnen und tief durchatmen, bevor wir uns gegenseitig "Freizeitstreß" machen ;-)
Liebe Grüße und frohes Spinnen & Stricken
Da bin ich absolut dafür :-)
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